It could be argued, for instance, that the breakaway from classical literary, musical, and artistic styles that is so characteristic of the twentieht century was an indirect reaction to the disillusion people felt at the inability of Western civilization to avoid the bloodshed of World War I. It is no coincidence that Einstein's theory of relativity, Freud's theory of the unconscious, Eliot's free-form poetry, Stravinsky's twelve-tone music, Martha Graham's abstract choreography, Picasso's deformed figures, James Joyce's stream of consciousness prose were all created—and were accepted by the public—in the same period in which empires collapsed and belief systems rejected old certainties.Mihaly Csikszentmihalyi, Creativity. Flow and the Psychology of Discovery and Invention (HarperCollins e-books 2009) 107
Freitag, 27. März 2015
Creativity and War
Kafka und der Abschied
es gibt ein Kommen und ein Gehn
Ein Scheiden und oft kein – Wiedersehn
Samstag, 14. Februar 2015
Wilhelm Schmid zur Gelassenheit
"Ein kultureller Sinn, der dem Älterwerden gegeben werden kann, ist die Entdeckung von Ressorucen, die das Leben leichter und reicher machen, gerade jetzt. Eine solche ist die Gelassenheit. Es scheint an ihr zu fehlen: Die Moderme wühlt die Menschen dermaßen auf und wirbelt ihr Leben so sehr durcheinander, dass die Sehnsucht nach Gelassenheit wächst. Sie war ein großer Begriff in der westlichen Philosophie seit Epikurs ataraxia (>>Nicht-Unruhe<<) im 4./3. Jahrhundert v. Chr., in der christlichen Theologie seit Meister Eckahrts gelazenheit im 13./14. Jahrhundert. In der Moderne aber geriet sie in Vergessenheit. Sie fiel dem stürmischen Aktivismus, dem wissenschaftlich-technischen Optimismus zum Opfer, ihre Zurückhaltung galt nicht als Tugend. Die simulierte Coolness, die an ihre Stelle trat, hielt immerhin die Erinnerung an ihre humane Tiefe und Wärme wach. Eine bestimmte Lebenszeit schien wie geschaffen für die Gelassenheit: Das Älterwerden. Aber auch d araus ist eine stürmische Zeit geworden, die Gelassenheit will nicht mehr so ohne Weiteres gelingen. Wie ist sie wiederzugewinnen? Kann die älter werdende Gesellschaft eine gelassenere werden?"Wilhelm Schmid, Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden (Insel Verlag 2014), 15f.
Dienstag, 10. Februar 2015
Henry Kissinger on World Order in the Age of Globalization
"The balance between legitimacy and power is extremely complex; the smaller the geographic area to which it applies and the more coherent the cultural convictions within it, the easier it is to distill a workable consensus. But in the modern world the need is for a global world order. An array of entities unrelated to each other by history or values (except at arm's length), and defining themselves essentially by the limit of their capabilities, is likely to generate conflict, not order."
Henry Kissinger, World Order [Ebook], p. 15
Dienstag, 27. Januar 2015
Hayek zur Selbstkritik der Liberalen
“All political theories assume, of course, that most individuals are very ignorant. Those who plead for liberty differ from the rest in that they include among the ignorant themselves as well as the wisest. Compared with the totality of knowledge which is continually utilized in the evolution of a dynamic civilization, the difference between the knowledge that the wisest and that the most ignorant individual can deliberately employ is comparatively insignificant.”
F. A. Hayek, The Constitution of Liberty, p. 27
Freitag, 9. Januar 2015
Radbruch zum Widerspruch zwischen Demokratie und Liberalismus
Die Demokratie will die unbedingte Herrschaft des Mehrheitswillens, der Liberalismus verlangt für den Einzelwillen die Möglichkeit, sich unter Umständen auch dem Mehrheitswillen gegenüber zu behaupten. Für den Liberalismus sind Ausgangspunkt des staatsphilosophischen Denkens die Menschenrechte, die Grundrechte, die Freiheitsrechte des Einzelnen, Teilstücke seiner natürlichen vorstaatlichen Freiheit, die mit dem unbedingten Anspruch auf Achtung in den Staat eingebracht werden, weil der Staat seine Aufgabe und seine Rechtfertigung ausschließlich in ihrem Schutz hat: "Der Endzweck aller politischen Gesellschaft ist die Erhaltung der natürlichen und unverjährbaren Menschenrechte" (Erklärung von 1789). Nach demokratischer Auffassung stellt dagegen der Einzelne seine vorstaatliche Freiheit restlos zur Disposition des Staatswillens, des Mehrheitswillens, um als Entgelt dafür nur die Möglichkeit zurückzuerhalten, sich an der Bildung dieses Mehrheitswillens zu beteiligen. Aus dieser Verschiedenheit der Grundanschauungen ergeben sich für Liberalismus und Demokratie ganz verschiedene politische Organisationsprinzipien, der lange verkannte Gegensatz zwischen Montesqieu und Rousseau: der Liberalismus huldigt der Gewaltenteilungslehre Montesqieus, deren Sinn es ist, die beiden Anwärter des Absolutismus, Monarch und Majorität, zugunsten der unversehrten Freiheitsrechte des Individuums gegeneinander auszuspielen; die Demokratie verwirft mit Rousseau die Gewaltenteilung, weil sie den dadurch bekämpften Mehrheitsabsolutismus ihrerseits gerade erstrebt.
Hier Mehrheit, dort Freiheit; hier Teilnahme am Staat und damit möglicherweise an der Mehrheit, dort Freiheit vom Staat; hier "staatsbürgerliche Freiheit", dort "bürgerliche Freiheit"; hier vom Staate erst gewährte politische Freiheitsrechte, dort vom Staate belassene natürliche Freiheiten; hier Gleichheit der gewährten Freiheitsrechte, dort allen gleichermaßen belassene Freiheit zum Gebrauche sehr verschiedener natürlicher Fähigkeiten, Gleichheit des Starts beim Wettlauf, die sich schnell in Ungleichheit verwandelt; hier überwiegt der Gedanke der Gleichheit den der Freiheit, dort umgekehrt der Freiheitsgedanke den Gleichheitsgedanken. Denn es ist aus allem Gesagten verständlich, daß es sich bei dieser Unterscheidung nicht um Ausschaltung des liberalen Elements durch das demokratische oder umgekehrt handelt, sondern um Überwiegen des einen oder des andern in ihrer nach faschistischer Ausdrucksweise "demoliberalen" Mischung.
Und nunmehr sind wir in der Lage, zu dem weltanschaulichen Gegensatz durchzustoßen, aus dem die geschilderten Einzelgegensätze entspringen. Algebraisch gesprochen: Demokratie mißt dem Individuum nur einen endlichen, Liberalismus einen unendlichen Wert bei. Für die Demorkatie ist also der Wert des Individuums multiplizierbar, der Wert der Majorität der Individuen höher als derjenige ihrer Minorität; der unendliche Individualwert des Liberalismus ist dagfegen begriffsnotwendig auch durch den Wertgehalt einer noch so großen Majorität überwindbar. Diese verschiedene Bewertung des Individuums dürfte in einer verschiedenen Struktur des beiderseitigen ethischen Wertbegriffs begründet sein. Dem Liberalismus scheint der sittliche Wert grundsätzlich in einem einzelnen Individuum vollkommen in Erfüllung gehen zu können. Jeder einzelne ist zur Verwirklichung des für alle gleichen vollen, also unüberbietbaren, also unendlich sittlichen Wertes berufen. Für die Demokratie erhält dagegen der sittliche Wert erst durch seine Anwendung auf die verschiedensten Individuen seinen Inhalt, und fr jedes Individuum einen anderen Inhalt – nur an einer unendlichen Zahl von Individuen vermag sich der ganze Reichtum der sittlichen Welt zu entfalten.
Gustav Radbruch, Rechtsphilosophie (dritte, ganz neu bearbeitete und stark vermehrte Auflage, Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig, 1932), 61ff.
Donnerstag, 1. Januar 2015
J L Brierly, Demokratie und Minderheitenrechte/Menschenrechte des Einzelnen
"... the people can only act by a majority, and a majority rarely is, and never ought to be, all-powerful. No democrat if he is true to his principles can believe that there ought somewhere in the state to be a repository of absolute power, and to say that such a power resides in the people is to deny that either minorities or individuals have any rights except those that the majority allowe them. That is totalitarianism, for autocracy is autocracy whoever the autocrat may be."
James Leslie Brierly, The Law of Nations (6th edn, revised by Claude Humprey M Waldock, Clarendon Press, 1963), 15.
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